Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


courses:studierende:l:ps-raumsoz:material:m04-1

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
courses:studierende:l:ps-raumsoz:material:m04-1 [2025/09/29 14:00] – Externe Bearbeitung 127.0.0.1courses:studierende:l:ps-raumsoz:material:m04-1 [2026/09/10 15:11] (aktuell) uwesch
Zeile 1: Zeile 1:
-===== M04-1: Sozialräumliche Methoden =====+===== M04-1: Spurensuche =====
  
-Die nachfolgend aufgeführten Methoden der sozialräumlichen Arbeit sind nach Deinet (2009: 65) sowohl als Analyse- als auch Beteiligungsformen zu verstehen“[...] d.h. sie dienen einerseits der Analyse von Sozialräumen und ihrem Verständnis insbesondere auf der qualitativen Ebene des Erlebens der Menschen. Andererseits werden in fast allen Methoden Kinder und Jugendliche als Experten ihrer Lebenswelt beteiligt, d.h. sie werden nicht nur befragt, sondern in der Regel sind sie aktiv dabei und beteiligen sich durch die Artikulation ihrer Einschätzungen, Empfindungen und Bedürfnisse im Hinblick auf eine sozialräumlichen Entwicklung” (Deinet 200965).+Welche Materialien Sie im Einzelnen für die Durchführung Ihrer eigenständigen Stadtteilexkursion benötigenwissen wir leider nichtDeswegen ist es ja eine autonome Exkursion - sprichSie machen Ihr Ding  8-). 
  
-Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Methodendie sich im Modulverlauf bewährt haben. Im geschützten OLAT-Kurs dieses Moduls finden Sie eine auf dieses Modul zugeschnittene Zusammenstellung von Texten, Beispielen und Materialien sozialräumlicher Methoden. +Die Erfahrungen aus den vorangegangenen Semestern zeigt aberdass wir Sie zumindest mit den zwei folgenden Hinweisen ausstatten sollten: 
- +  - Neben Ihrem mobilen Endgerät, ist es  hilfreich, einen Stadtplan oder eine Stadtteilkarte zur besseren(!) Orientierung sowie zur Eintragung von Notizen - wofür Sie zusätzlich auch einen Stift benötigen m(- mitzuführen. 
-==== Methodenkoffer ==== +  - Damit Sie nicht ziel- und inhaltslos durch das Ostend irren 8-O - zugegebener Maßen eine etwas provozierende Formulierung dafür, dass Sie die Dinge auf der Exkursion mehr oder weniger zufällig auf sich zukommen lassen - sollten Sie sich zumindest die "Stationen eines Spurensuchers(vgl. Denninger 1999) in Erinnerung rufendie da sind:  
- +    Beobachtungen 
-  * **Nadelmethode**: Die Nadelmethode ist eine einfache Form der kartographischen Visualisierung von Orten und PlätzenMittels farbiger Stecknadeln werden bedeutungsvolle Orte z.B. auf einer Stadtkarte markiert und gleichzeitig kategorisiert. Die Ergebnisse dieser offenen Kartierungsform sind sofort ersichtlich. Allerdings hat diese Methode nur eine geringe Erkenntnistiefe in Bezug auf die Qualität der sozialräumlichen Ortsinformationen. Aufgrund des hohen Aktivierungspotenzials der beteiligten Personen eignet sie sich aber besonders gut als Einstiegsmethode ("Türöffner") in einen Analyse- und Arbeitsprozessder aus verschiedenen Methoden besteht. +    Objekte oder Begriffe (objektiv) 
-  * **Subjektive Kartierung**Subjektives Kartieren dient dazuden subjektiven Lebensraum von Menschen graphisch darzustellen und als externale räumliche Repräsentation für Dritte sichtbar zu machen. Hierfür wird der subjektive Lebensraum gezeichnet / gemaltwährend gleichzeitig individuell sozialräumlich bedeutsame OrteGegebenheiten und Wahrnehmungen markiert werden. Diese Einstiegsmethode eignet sich besonders gut, um eine Fragestellungen oder die Lebenswelten bestimmter Gruppen zu erforschen. +    Deutungenpersönliche VorstellungenWerte und Assoziationen 
-  **Stadtteilbegehung**: Die Stadtteilbegehung stellt ein Beobachtungsverfahren dar, um zunächst selbst ein (erstesBild eines bestimmten Sozialraums zu erhalten. Dabei werden verschiedene subjektive Eindrücke und Wahrnehmungen gesammelt. Ein Stadtteilrundgang kann offen/explorativ oder problembasiert, d.h. mit einem bestimmten Erkenntnisinteresse im Hintergrund, erfolgen. Das Ziel der Methode ist es, durch die gesammelten Eindrücke vor Ort unterschiedliche sozialökologische Qualitäten bestimmter Orte und räumlicher Gegebenheiten wahrzunehmen. +    * Zeichen (persönliche Bedeutungaber nicht gesellschaftlich vereinbartsubjektiv) 
-  **Strukturierte Stadtteilbegehung**: Im Vergleich zur Stadtteilbegehung zielt die "Stadtteilbegehung mit Kindern und Jugendlichen" darauf abeinen Stadtteil aus Sicht von Kinder und Jugendlichen wahrzunehmenum einen authentischen Einblick in ihre Lebenswelt zu erhalten. Kinder und Jugendliche werden also als Experten ihrer Lebenswelt aktiv miteinbezogen, ohne dass sie dabei "ausgefragt" werden. Die während eines Stadtteilrundgangs entstehenden Gespräche können dann auch einen authentischen Einblick in das sozialökologische Raumerleben der Beteiligten geben.  +    Symbole (gesellschaftliche vereinbarte Bedeutung) 
-  * **Autofotographie**: Bei der Autofotographie werden Bewohner oder Gruppen eines Stadtteils gebeten, themen-und/oder problemzentriert, bestimmte Orte innerhalb ihres Stadtteils/Quartiers zu fotographieren (und ggf. zu kommentieren), um sozialräumliche Eindrücke und Qualitäten aus ihrer eigenen Perspektive zu dokumentieren. Im Anschluss werden die erzeugten Fotographien gemeinsam "befragt". Das gemeinsame Auswerten und Interpretieren der Bilder in einer Gruppendiskussion ist der wichtigste Schritt in dieser Methode. +    * Hinterfragen und Vernetzungen der Zeichen und Symbole 
-  Diese und viele weitere Methoden finden Sie zudem ausführlich beschrieben im  [[https://www.sozialraum.de/methodenkoffer| Methodenkoffer sozialraum.de]].  +    Spuren(formaleobjektive Spuren und empfundenesubjektive oder assoziierte Spuren
- +    Umwelt – Gesellschaftliche Realität - Konsequenzen  
-//Quelle: Deinet, U. (2009): Analyse und Beteiligungsmethoden. In: Deinet, U. (Hrsg.): Methodenbuch Sozialraum. Wiesbaden (Springer).//+  
 +Dann kann es ja losgehenViel Erfolg!
  
 +==== Literatur ====
  
 +Denninger, D. (1999): Spurensuche: Auf der Suche nach neuen Perspektiven in der Geographie- und Wirtschaftskundedidaktik. In Vielhaber, C. (Hrsg.): Geographiedidaktik kreuz und quer: Vom Vermittlungsinteresse bis zum Methodenstreit - von der Spurensuche bis zum Raumverzicht. Wien: Universität Wien Institut für Geographie und Regionalforschung, 107-185.
courses/studierende/l/ps-raumsoz/material/m04-1.txt · Zuletzt geändert: 2026/09/10 15:11 von uwesch